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In der jungen Zeit

Meine Hand fällt zitternd dem Neuen entgegen;
neugierig ängstlich, und ich lächele verlegen,
während deine Augen sich leise schliessen.

Um uns ist nichts, und keiner wird uns stören;
keine Macht, die uns hindert, und niemand ist hier.
Du sagst, du geniesst, und du bist ganz bei mir;
und wir küssen uns und wir lassen uns gehen,
und wir haben uns lieb und wir wollen uns verstehen

in der jungen Zeit.

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Jetzt und Gleich

Das Jetzt ist wie ein Nebelschwaden
voll Frost und Angst und Einsamkeit.
Es stellt mir ungeduldig Fragen
an diesen trübgemalten Tagen;
sucht leichte Antwort in der Zeit.

Ich atme schwer im Morgenregen,
der aus dem kalten Nebel bricht;
und auf den aufgeweichten Wegen
geh‘ ich mit festem Schritt entgegen
dem Gleich in unbekanntem Licht.

. . .

Nur ein schmaler Grat

Nur ein schmaler Grat,
auf dem ich gehe.
Hab‘ all‘ mein Liebvertrauen mitgenommen
auf schaurig schönem Pfad.

Um mich herum ist alles abgrundtief klein.
Ich geh‘ ihn weiter.
Er darf nicht schmäler sein;
doch auch nie breiter.

. . .

Trockenrosenduft

Kein Wasser füll‘ ich ein
aus lieberstickter Erde.
Hänge sie in den Wind hinein
für eine bessere Zeit.

Trockenrosenduft –
denn nur aus der Hand voll Staub
hoch in sehnsuchtsgeweihter Luft
erblüht die Ewigkeit.

. . .