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Analog im Dialog

Eine Sehnsucht nach dem Einfachen und Natürlichen, die sich beständig regt. So beschreibt Theodor Fontane das vielleicht Beste in uns. Und genau dieses Gefühl war es, das mich wieder zurück zur analogen Fotografie brachte. Zurück zum Ursprung, zur Unvollkommenheit des eingefangenen Augenblicks, der sich kümmerlich durch die Alben und Pappkartons der abgelichteten Konterfeis schlängelt. Zurück zum Korn und zur Unschärfe, zurück zu den verunglückten Farbpanschern verbummelter Filmrollen. Zurück zu den Wurzeln.

Mut zum Fehler. Es ist gerade dieses Unperfekte, das den besonderen Reiz eines Augenblicks gefrieren lässt und ihn unvergessen machen kann. Der Fehler als Blickfang, als Anziehungspunkt. Ein exklusives Detail in einer erbarmungslos virtuosen Welt. Spass haben an weniger. Weniger Automation, weniger Megapixel und weniger das Gefühl haben, der Reiz müsse in der vollendeten Synthese jener antrainierter Faktoren liegen, die „das perfekte Foto“ ausmachen. PhotoShop war gestern, und heute grüsst wieder der freundliche Fotohändler.

So schön Retro. Es hat einen Reiz, weil es viel anspruchsvoller ist als das gewohnte Digi-Knipsen. Eine Filmrolle einlegen, spannen, wohl überlegt und nur zwölfmal auslösen. Das Filmdöschen dann zur Entwicklung bringen und gespannt auf die Bilder warten. Die Begrenzung, die Entschleunigung, die Spannung – eine Faszination der Belichtung, der Schärfe, und der Motivauswahl. Und jedes einzelne Bild gewinnt wieder an Wert.

Bilder machen statt Fotografieren.

Ich bin doch ein Macher.

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